ECHO – Eine Kulturreihe 2019 zum Thema Wüste

Vom 16.10.2019 bis zum 19.10.2019 in 0 World 

MITTWOCH 16. Oktober 2019

19.00
Vom Regenwald in die Wüste — Ein geologischer Exkurs durchs alte Wallis
Vortrag von Mark Feldmann, Dr. sc. nat. ETH, Geologe, www.geo-life.ch

Die geologische Geschichte beginnt mit der Bildung des Variskischen Gebirges vor über 300 Millionen Jahren in einem heiss-feuchten Waldgebiet mit Schachtelhalmen, Schuppenbäumen und Farnen nahe am Äquator. Mehrere Walliser 4000er Gipfel bestehen aus Gesteinen jener Zeit und bei Dorénaz findet man Fossilien solch alter Pflanzen neben der Strasse. Mit der nordwärts Bewegung des Urkontinents Pangäa entstanden Brüche im Kontinent und in der «Zone Houillère» am Grossen St. Bernhard brachen Vulkane aus, wie heute der Kilimandscharo im Ostafrikanischen Grabenbruch. Vor 240 Millionen Jahren erreichte das Binntal mit seinen Sulfidmineralen im Zuckerdolomit den nördlichen Wendekreis und betrat den globalen Wüstengürtel. Es war heiss und trocken, wie heute am Persischen Golf. Dann kam das Meer und die Wüste versank.

20.30
Aus Wüste wird Wald — Permakultur im Wallis / newTree in Bénin
Vortrag von Felix Küchler, Biobauer und Initiant des Projektes newTree, www.valnature.ch

Zwei Beispiele veranschaulichen das Konzept der Permakultur: Reb-Monokulturen im Wallis werden ersetzt durch Kombinationen von Nutz-Pflanzen und -Tieren, die sich gegenseitig fördern. Eine hohe Biodiversität ermöglicht den Verzicht auf Pestizide. Im Burkina Faso wird verwüstetes Agrarland eingezäunt. Ohne Bäume zu pflanzen entsteht nach wenigen Jahren ein natürlicher, fruchtaber Mischwald, allein dank dem Schutz vor gefrässigen Haustieren. Was sind die Prinzipien der Permakultur? Es geht um eine permanente Agrikultur, bei der die Böden nicht ausgebeutet sondern gepflegt und von Jahr zu Jahr fruchtaberer werden. Dies ist möglich dank naturnaher, den lokalen Verhältnissen angepasster Kleinlandwirtschaft ohne viele Tiere oder Maschinen.


DONNERSTAG 17. Oktober 2019

19.00
Nomadentum und Alpwirtschaft am Natischerberg
Vortrag von André Summermatter, Verantwortlicher Herdenschutz Kt Wallis / AgrikulturService, www.akservice.ch

Nomaden gibt es nicht nur in der Wüste. Auf der ganzen Welt gibt es sie. Unsere Vorfahren waren Nomaden. In der Regel wohnte man in der Fastenzeit im Dorf. Nach Ostern zog man bergwärts von Weiler zu Weiler, bis man sich zur Sommerszeit auf den Trieften der Belalp einfand. Das Sömmern dauerte bis September. Danach zügelte man hinunter auf die Voralpen und rückte dann stufenweise zu Tal, so dass im November die Menschen grösstenteils wieder im Grund weilte. War auch hier die letzte Wiese abgeweidet, und kam der Winter heran, so stieg man wieder hinauf in die Weiler, um das im Sommer gesammelte Heu zu verfüttern. Erst wenn dies zur Neige ging, kehrten die Familien in die tiefer gelegenen Weiler zurück, womit sich der Kreis der Nomadenwanderung schloss.

20.30
Fata Morgana
Trickfilm von Frodo Kuipers, 2011 / 5 Min.

In der brennenden Wüstensonne kämpft Eduardo - ein Limonadenverkäufer mit seinem kleinen Stand - gegen den Drang, seine letzte Flasche erfrischender Limonade zu trinken. Dann kommt ein durstiger Kunde und krabbelt auf seinen Stand zu...

A People Between Two Worlds – Navajo Indians
Film 1958, 23 Min., Original mit deutschen Untertitel von Frank Lynch

Der Farbfilm „A People Between Two Worlds“, produziert von Francis und Helen Line zeigt die Navajo-Nation in den 1960er Jahre. Dieser größte Indianerstamm lebt in einem Reservat, welches sich z.T. in Arizona, in New Mexico, Utah und Colorado befindet. Schafe stellen Ressourcen und ein Einkommen sicher. Neue Ressourcen sind Ölpumpen, Erdgasquellen und Uranminen.

Mammoth – Pleistocene Park
Grant Slater 2016 / 26 Min. Original mit deutschen Untertitel

In der abgelegenen russischen Arktis versuchen ein alternder Wissenschaftler Sergey Zimov und sein Sohn, die Eiszeit nachzubilden. Sie nennen ihr Experiment „Pleistozän Park“ – ein perfektes Zuhause für Wollmammuts, die durch moderne Genetik wiederbelebt wurden. Aber die Mammuts sind nur ein Mittel zu einem größeren Zweck: die Entschärfung einer im Permafrost eingefrorenen Kohlenstoff-Zeitbombe, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu verlangsamen.


FREITAG 18. Oktober 2019

19.00
Durch Grönlands Eiswüste
Bericht der Deutsch-Schweizerischen Grönlandexpedition im Jahr 1909 von Dr. A. de Quervain und Dr. A. Stolberg gelesen von Beat Albrecht, begleitet von Désirée Pousaz an der Geige mit Kompositionen der Isländerin Karolina Eiriksdottir: Soliloquy, Meditation und In vultu solis.

Grönlands Inlandeis, diese von geheimem Leben erfüllte Todeswüste, ist erdgeschichtlich, geographisch wie physikalisch eines der merkwürdigsten Oberflächengebilde der Erde. Zunächst ist es ja nichts anderes als ein Riesengletscher. Aber während unseren alpinen Talgletschern die Form durch die Unterlage gegeben ist, und sie erst in zweiter Linie formgebend wirken, hat die Eisansammlung des Inlandeises die Gebirgserhebungen des Untergrundes völlig unter sich gezwungen. Sollte aber das Inlandeis wirklich bis an seinen Rand so völlig unabhängig von seiner Unterlage sich gestalten. Diese Frage hat sich die Grönlandexpedition von 1909 zur Hauptaufgabe gestellt.

20.30
Die Wüste und ihr tausend-und-ein Kamel
Literarisch–musikalische Collage von und mit Stefanie Ammann am Mikrofon und Diane Pauvert an der Harfe

Diese Fata Morgana lässt das Publikum eintauchen in die faszinierende Wüstenwelt und den Orient: Basare, Sandstürme, Nomaden und ihre Kamele, extreme Hitze, Sterne und Stille. Nach Herodot gibt es Hunderte von Jahren lang kaum ein Interesse der westlichen Welt an der Wüste. Seit 425 vor Christi Geburt bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bleibt der Blick abgewandt. Und dann erscheint in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts ein Nachtrag der Geschichte zu diesem Gebiet der Erde, der vorwiegend von privat finanzierten Expeditionen stammt. 1939 endet das grosse Jahrzehnt der Expedition in die Wüste, und dieses riesige und stille Gebiet auf der Erde wird einer der Kriegsschauplätze.


SAMSTAG 19. Oktober 2019

19.00
Der weiße Nomade – Quer durch die Sahara vom Roten Meer bis zum Atlantik
Lesung mit Luciana Brusa aus dem Buch von Philippe Frey.

Dieses Abenteuer hat vor Philippe Frey niemand versucht. Allein mit zwei Kamelen bricht er vom Roten Meer auf. Er zieht durch Gebiete, die nur die Schmuggler kennen, droht zu verdursten, verliert für Tage das Augenlicht. Er gerät in Aufstände, Putsche und Bürgerkriege, steht vor verminten Wasserstellen und vergifteten Brunnen. Aber mit dieser Reise verwirklicht er seinen großen Traum. Er zieht auf den Spuren der Karawanen von König Salomo, findet Ruinen vergessener Städte und blühender Zivilisationen. Die Tuareg nennen ihn „den weißen Nomaden“. Als er schließlich in Mauretanien am Strand des Atlantischen Ozeans steht, hat er den größten Sieg über sich und die Wüste errungen.

20.30
Oasensolo — Carte blanche

Oud-Konzert mit Nehad El Sayed, Virtuose auf der Oud- (Arabische Laute), Komponist und Lehrer, präsentiert Werke aus dem arabischen Repertoir sowie eigenen Kompositionen und Improvisationen: „Es existierte immer ein grosser Kulturaustausch zwischen orientalischen und europäischen Kulturen. Mir ist aber bewusst, dass es heute auch viele Vorurteile und Konflikte gibt. Nun heimisch in beiden Welten, betrachte ich es auch als eine Aufgabe, einen Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis zu leisten und mit meiner Musik zu zeigen, wie wir von einander lernen und profitieren können. Der Dialog der Kulturen soll alles umfassen, vom Spirituellen bis zum humorvollen Spiel.“

Nehad El-Sayed ist in Kairo geborn und aufgewachsen. Der Komponist und Oud-Spieler gilt heute als einer der talentiertesten Virtuosen der Welt. Nehad El-Sayed studierte am Arabic Oud House, wo er als erster Solist sein Diplom mit Auszeichnung erhielt. Zudem absolvierte er einen Bachelor in Komposition sowie einen Master in Komposition, Jazz und Medienkunst an der Hochschule der Künste Bern. El-Sayed kennt sich in der europäischen und arabischen Klassik ebenso aus wie mit Sufi-Musik und modernen Kompositionen aus Nordafrika und dem Nahen Osten. All diese Einflüsse verarbeitet er in seinen Werken und als Leiter von interkulturellen Projekten. El-Sayed bereiste mit dem renommierten Oyon Ensemble Länder wie Oman, Syrien, Libanon, Tunesien, Algerien, Jordanien und Italien, gastierte an grossen Festivals in seiner Heimatstadt sowie in Alexandria und war Gast des Pariser Institut du Monde Arabe. Im Jahr 2000 gewann der Künstler den ersten Preis am Oud-Wettberb in Ammann, den die Arabische Liga damals erstmals organisierte. Später trat El-Sayed mit dem El-Oud El-Araby Trio am Babylon Festival auf, wurde 2002 zum Oud- Symposium nach Marrakesch geladen und weilte drei Jahre darauf als Artist in Residence der Pro Helvetia in der Schweiz, wo er heute lebt und arbeitet.!



Zurück zur Übersicht!

Preis: Kolekte
Vorbestellung / Infos: Platz 4
3904 Naters
Tel.: 027 924 41 78
E-Mail:
 
Interner Bereich